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Nach dem Besuch ist vor dem Besuch.

 

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Wir warten auf Regen.

Das tun wir jedes Jahr während der Sommermonate. Mal mehr, mal weniger. Momentan mehr. Hauptsächlich wegen der Pflanzen in unserem Garten. Wir können sie nicht alle wässern. Manche müssen durchhalten, während wir Mitleid entwickeln, was allerdings, wie so oft im Leben, nicht wirklich hilft …

Es regnet!

Achtundvierzig Liter in fünfundvierzig Minuten. Das sind aufgerundet fünf Gießkannen auf einen Quadratmeter. Flächendeckendes Glück. Wir waren den Tränen nah. Hätten wir sie laufen lassen, hätte ich nicht aufrunden müssen …

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Ferragosto.

Das dazugehörige Datum ist der 15. August. Großzügig betrachtet sind es 2-3 Wochen, die sich um diesen Tag gruppieren, und in denen der Großteil der Italiener seinen Sommerurlaub verbringt.

In diesem Zeitraum ist es ratsam von einem Strandbesuch abzusehen, man würde eh kaum eine Liege, geschweige denn, Schatten bekommen. Das Lieblingsrestaurant sollte man meiden (es könnte seinen Status verlieren!), überhaupt sollte man es vorziehen, zuhause die Mahlzeiten zu sich zu nehmen, der Ansturm geht in der Regel zu Lasten der Qualität.

In diesen Wochen sollte man sich auch nicht zum längst fälligen Frisörtermin durchringen (auch Luigi, Luca, Fabio oder wie immer sie heißen, werden irgendwo in der Sonne liegen), Zahnschmerzen am besten aussitzen. Rohrbrüche, Kabelbrände, Blech- oder Dachschäden (generell unwillkommene Zwischenfälle) werden zu Ferragosto zur Katastrophe.

Alle Welt liegt am Strand, ein geringerer Teil zieht die Bergwelt vor, sprich, der Italiener ist unterwegs, das normale Leben befindet sich im Ausnahmezustand.

Ferragosto bedeutet auch Sommerwende, die Jahreszeit befindet sich im Zenit und fällt schneller ab, als sie sich auf den Weg nach oben machte. Erdrutschartig geht es back to normal, für mich schwer nachvollziehbar, schon wegen der sommerlichen Temperaturen, die sich in der Regel noch nicht verabschiedet haben. Und wenn man wegen der Wärme in den Einkaufsstraßen weiterhin die Schattenseite bevorzugt, … in den Schaufenstern drängt sich Herbstliches. Was ich verdränge …

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